Kichererbse, Bohne und Lupine: WierPro zeigt regionale Vielfalt

Vom Feld in die Küche: WierPro macht regionale Hülsenfrüchte erlebbar

Linsen, Bohnen, Kichererbsen oder Lupinen wachsen auch in unserer Region. Doch vielen Menschen ist kaum bekannt, wie diese Pflanzen aussehen, unter welchen Bedingungen sie angebaut werden und wie vielfältig sie sich in der Küche einsetzen lassen. WierPro möchte das ändern – mit einer Verbindung aus regionalem Anbau, Verarbeitung, Küchenpraxis und Bildungsarbeit.

Die Bio-Protein-Werkstatt in Wiernsheim soll regionale Hülsenfrüchte, Hirse und weitere proteinreiche Pflanzen so vorbereiten, dass sie leichter von Großküchen, Verarbeitungsbetrieben und privaten Haushalten genutzt werden können. Gleichzeitig entstehen Angebote, die Wissen über Anbau, Verarbeitung und Zubereitung unmittelbar erlebbar machen.

Hülsenfrüchte dort kennenlernen, wo sie wachsen

Wie regionale Proteinpflanzen tatsächlich angebaut werden, konnten Interessierte bei Felderrundfahrten in Wiernsheim-Iptingen erleben. Landwirt Frank Bäuerle vom Sonnenhaldenhof und Jürgen Krauth von der Ölmühle Illingen gaben Einblicke in verschiedene Kulturen und erklärten Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Hülsenfrüchten, Lein und Hanf.

Dabei wurde auch sichtbar, dass regionale Landwirtschaft immer mit konkreten Bedingungen umgehen muss. Hitze und fehlender Regen hatten den Pflanzen auf den besichtigten Flächen deutlich zugesetzt. Gerade solche direkten Einblicke helfen, Lebensmittel nicht nur als fertiges Produkt wahrzunehmen, sondern ihre Herkunft und die Arbeit dahinter besser zu verstehen.

Die Rundfahrten stießen auf große Resonanz. Zu den Gästen gehörten neben interessierten Menschen aus der Region auch Vertreter:innen aus Politik und Partnerkommunen. Ministerialdirektorin Isabel Kling würdigte das Vorhaben bei ihrem Besuch; auch Gäste aus Wiernsheims französischer Partnergemeinde Pinasca informierten sich über Anbau und regionale Vermarktung.

Aus Wissen wird Küchenpraxis

WierPro möchte jedoch nicht auf dem Feld stehen bleiben. Der zweite wichtige Lernort ist die Küche.

Bei einem Koch-Workshop erhalten Teilnehmende zunächst Einblicke in die Verarbeitung regionaler Hülsenfrüchte. Anschließend werden gemeinsam mit Projektköchin Miriam Knapp unter anderem ein Salat mit Hülsenfrüchten, Bohnen-Burger und ein süßer Abschluss zubereitet. Die starke Nachfrage zeigt sich auch daran, dass der Workshop bereits frühzeitig ausgebucht war.

Schon bei der Auftaktveranstaltung hatte die Projektküche gezeigt, wie vielseitig regionale Proteinpflanzen eingesetzt werden können. Auf den Tellern landeten unter anderem Linsen-Falafel, Hirse-Muffins und eine Schokocreme mit Bohnen. Mehrere landwirtschaftliche Bio-Betriebe aus der Region steuerten dafür eigene Erzeugnisse bei.


Damit verbindet WierPro zwei Perspektiven, die häufig getrennt betrachtet werden:
Wo und wie wachsen die Lebensmittel – und wie werden daraus Gerichte, die im Alltag gerne gegessen werden?

Mehr als einzelne Veranstaltungen

Feldrundfahrten und Kochveranstaltungen sind sichtbare Bestandteile eines größeren Vorhabens. In Wiernsheim entsteht ein Verarbeitungs- und Bildungszentrum für proteinreiche Pflanzen aus der Region.

Geplant sind unter anderem:

  • die Vorverarbeitung regionaler Hülsenfrüchte und weiterer Proteinpflanzen,
  • die Entwicklung geeigneter Gebinde- und Mehrweglösungen,
  • die Erprobung neuer Rezepturen, Angebote für Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie, Kinder und Erwachsene,
  • sowie eine gemeinschaftlich organisierte Logistik.

Das Ziel ist, regionale pflanzliche Proteine leichter nutzbar zu machen und zugleich Wertschöpfung, Wissen und Zusammenarbeit in der Region zu stärken.

Regionale Ernährung entsteht im Zusammenspiel

WierPro zeigt sehr konkret, was regionale Ernährungstransformation bedeutet: Ein landwirtschaftliches Produkt allein bildet noch keine funktionierende Wertschöpfungskette.

Erst wenn Erzeugung, Verarbeitung, Transport, Küchenpraxis, Bildung und Nachfrage zusammenspielen, können regionale Lebensmittel dauerhaft ihren Weg auf die Teller finden.

Genau deshalb ist WierPro auch für FoodCircle ein wichtiges Vorhaben im regionalen Netzwerk. Das Projekt macht sichtbar, wie unterschiedliche Akteur:innen ihre Erfahrungen und Möglichkeiten verbinden können – vom landwirtschaftlichen Betrieb über die Projektküche bis zu Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie und Verbraucher:innen.

WierPro wird von der Gemeinde Wiernsheim umgesetzt. FoodCircle stellt das eigenständige Vorhaben im FoodCircle-Universum vor und zeigt seine Bedeutung für regionale Ernährung und Wertschöpfung. 

WierPro näher kennenlernen

Wie funktioniert die Bio-Protein-Werkstatt? Welche Bausteine gehören zum Projekt und welche Rollen verbindet das Vorhaben? 

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